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Bloggen & Recht 2019 | Werbung | DSGVO | Bildrechte

Werbungskennzeichnung, Bildrechte und DSGVO - die drei häufigsten Stichworte, wenn es um das Bloggen und Recht geht! Was hat sich seit dem 25. Mai für Blogger und Influencer geändert? Wie gehe ich mit Bildern im Netz um? Ach ja und jetzt mal ernsthaft: Wie ist das eigentlich mit der Kennzeichnung von Werbung? Diese und weiter Fragen beantworten wir euch in unserem neuen ABCstar-Blogbeitrag. #werbung? 

DSGVO - was hat sich für Influencer geändert? Worauf muss ich Acht geben? 

Komisch eigentlich, dass DSGVO nicht zum beliebtesten Wort des Jahres 2018 gewählt wurde, oder? Bei den meisten, die diese 5 Buchstaben hören stellen sich schon die Nackenhaare auf, bei den anderen entsteht immer noch ein großes Fragezeichen... Also jetzt mal ehrlich. Hat sich seit 25. Mai 2018 etwas bei Blogger und Influencer getan bzw. geändert? Wir haben mit unserer ABCstar Speakerin Melanie Kogler, Rechtsanwaltsanwärterin in der IT-, Online- und Marketingrechts spezialisierten Anwaltskanzlei Mag. Peter Harlander, gesprochen.

Die DSGVO betrifft jeden, der personenbezogene Daten bearbeitet, so auch jeden der einen Blog, eine Facebook Seite, einen Instagram Account oder einen Youtube Channel betreibt. Es ist also wichtig, dass alle Websiten Betreiber rechtskonforme Datenschutzerklärungen veröffentlichen. Außerdem muss man seit Mai 2018 auch darauf achten, dass alle installierten Dienste auch DSGVO konform sind - am besten wäre es, Plugins und Tools vorab zu recherchieren um sicher zu stellen, dass diese auch wirklich DSGVO Konform sind. Außerdem benötigt man für jeden Verarbeitungsprozess mit personenbezogenen Daten einen Auftragsverarbeitungsvertrag

 

Warum ist die richtige Kennzeichnung von Werbung so wichtig?

Dass Blogger und Influencer mittlerweile eine sehr hohe Anerkennung genießen ist kein Geheimnis mehr. Ihre Tipps und Empfehlungen genießen bei den Verbrauchern definitiv einen höheren Stellenwert als eine klassische Anzeigen- oder Bannerwerbung. Natürlich muss Werbung auch bei werbenden Beiträgen von Influencern auf diversen Social Media Plattformen als solche gekennzeichnet sein. Der Grund ist einfach, dass Medien- sowie das E-Commerce Gesetz schreibt dies vor! Melanie Kogler: "Ab wann ein Beitrag Werbung im Sinne des Gesetzes ist, ist eine Frage des Einzelfalles. Grundsätzlich gilt aber: Immer dann, wenn es für ein Posting einen Gegenwert gibt - sei es in Form von Geld, Produkten, Reisekosten oder auch nur als Kost und Logis - und Informationen in der Öffentlichkeit oder einen ausgewählten Zielgruppe präsentiert werden und der Zweck der Bekanntmachung, Imagepflege oder Verkaufsförderung eines Produktes oder einer Dienstleistung ist, handelt es sich um kennzeichnungspflichtige Werbung." 

Es handelt sich aber auch um Werbung, wenn es vertragliche Anweisungen zur Art des Beitrages gibt oder ein Produkt besonders deutlich beworben wird. Wichtig ist, dass diese Inhalte auch als richtige Werbung am Beginn eines Beitrages kennzeichnet sind!! Die Kennzeichnung am Ende des Beitrages ist NICHT ausreichend! Auf der sicheren Seite bist du, wenn du deine Texte mit dem Wort "Werbung", "Anzeige" oder "entgeltliche Anzeige" versiehst. Du kannst aber auch die englische Version "advertisement" benutzen. Die beliebte Form "ad" ist nicht ausreichend, genauso wie die Ausdrücke "sponsored", "in Zusammenarbeit mit", "mit freundlicher Unterstützung von" oder "Danke an...". 

 

Was könnte passieren, wenn ich meine Werbung falsch bzw. gar nicht kennzeichne? 

Wer seine Beiträge nicht ordentlich oder ausreichend als Werbung kennzeichnet, verstößt gegen das geltende Gesetz, so Melanie Kogler. Zuerst einmal riskiert man eine Abmahnung, die bereits schon mit einer Bezahlung einer nicht ganz unerheblichen Geldsumme verbunden ist. Wer dann weiterhin die Vorgaben des Mediengesetzes nicht befolgt begeht eine Verwaltungsübertretung und riskiert eine Geldstrafe bis zu 20.000,- EUR. Ein Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht für Werbung nach dem ECG kann zusätzlich mit bis zu 3.000,- EUR bestraft werden. Zuständig für dieses Bestrafungen ist übrigens die Bezirksverwaltungsbehörde. 

 

Wie gehe ich mit Bildern/Fotos im Netz um?

Auf beliebten Kanälen wie Instagram und Pinterest z.B., stehen Bilder absolut im Vordergrund. Aber eigentlich kommt keine Plattform ohne Bilder aus. Hochwertige Bilder und Fotos für jedes einzelne Posting zu produzieren/erstellen ist extrem viel Arbeit. Darum greift man gerne auf Fotos aus dem Netz zurück. Hier warnt Melanie Kogler, Fotos sind immer urheberrechtlich geschützt. Auch ein Bezahlter Fotograf ist Urheber seiner Fotos. Nur der Urheber selbst oder ein berechtigter Dritter kann einer anderen Person Nutzungsrechte bzw. Nutzungsbewilligungen zur Verwendung dieser Fotos erteilen. Sogenannten "gemeinfreien" Fotos sind jedoch auch mit Vorsicht zu genießen, denn diese Fotos müssen für die kommerzielle Nutzung erlaubt sein, was des Öfteren nicht der Fall ist. Hier gilt es, vor der Veröffentlichung genau zu recherchieren. 

Wenn du keine Rechte hast für ein Bild, dass urheberrechtlich geschützt ist, kannst du eine Verlinkung auf eine Website einbauen, auf der das Foto mit der Zustimmung des Urhebers veröffentlicht ist. Eine bloße Verlinkung verstößt nicht gegen das Urheberrecht. 

Auch bei der Verwendung von Fotos aus Bilddatenbanken solltest du ein paar Dinge beachten. Prüfe genau welche Rechte du für das heruntergeladene Bild erhältst. Denn auch hier gilt, dass der Urheber grundsätzlich entscheiden darf, welche Nutzungsbewilligungen und -rechte er an dritte weitergeben will. Diese Informationen findest du meistens in den AGB's der Plattform. Melanie: "Da das österreichische Recht einen gutgläubigen Rechteerwerb im Urheberrecht nicht anerkennt, drohen Abmahnungen und Klagen auch, wenn man zwar selbst davon ausgeht, Rechte zu haben, dies tatsächlich aber nicht so ist." Als Tipp fügt sie noch hinzu, dass du dich auch bei gekauften Bildern nach deinen Rechten erkundigen solltest! Oftmals verpflichtest du dich auch bei einem Kauf zur Namensnennung oder erhältst nur begrenzt Zugriff für das gekaufte Bild.

 

Kann ich Bilder verwenden, wenn ich das Copyright des Fotografen angebe? 

Auch hier kommt es darauf an welche Nutzungsrechte man für das jeweilige Foto hat. Einfach ein fremdes Foto in seinem Social Media Account oder auf seinem Blog mit Nennung des Fotografen zu veröffentlichen, verstößt gegen das Gesetz. Der Fotograf ist und bleibt der Urheber und bestimmt, wie das Bild genutzt werden darf. Also solltest du auch hier gründlich recherchieren. 

Am besten du überprüfst folgendes, bevor du ein Foto veröffentlichst

  • Stammt das Foto direkt vom Urheber oder hat die Quelle ausreichend Rechte um das Bild weitergeben zu dürfen?
  • Stammt das Foto direkt vom Urheber: Hat dieser alle, für die jeweiligen Bedürfnisse notwendigen Rechte übertragen?
  • Wurden die Rechte in einer Nutzungsvereinbarung allenfalls in zeitlicher und / oder örtlicher Hinsicht, auf bestimmte Medien, oder die private, redaktionelle, gewerbliche oder werbliche Nutzung beschränkt?
  • Besteht die Verpflichtung, den Urheber zu nennen? Wenn ja, an welcher Stelle ist der Urheber zu nennen? (Der Urheber ist nur dann nicht zu nennen, wenn er auf die Nennung verzichtet hat.)
  • Welche Lizenzhinweise müssen erteilt werden?

Du bist auf jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn du dich an Melanies Tipps hältst! 

 

Wo kann ich mich schnell und einfach über Bloggen & Recht informieren?

Wer sich schon vor der ABCstar im Juni umgehend zu diesen Themen informieren möchte besucht am besten die Plattform marketingrecht.at 

 

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