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Die Bedeutung des Fotos - mit Achim Meurer

Wir haben mit einem absoluten Experten über die Bedeutung von Fotos in der heutigen Zeit, über die Notwendigkeit von Bildbearbeitung und über die Besonderheiten der Schwarz-Weiß-Fotografie gesprochen. Achim Meurer ist ausgebildeter Fotograf und seit über 20 Jahren selbstständig. In seiner Arbeit betreut er vornehmlich Kunden aus dem touristischen Bereich. In letzter Zeit beschäftigt er sich aber wieder vermehrt mit seinen Wurzeln und hat sich in diesem Sinne wieder verstärkt der Schwarz-Weiß-Fotografie gewidmet. Auf der ABCstar wird uns Achim Meurer mit seinem Workshop "Treib es bunt in der schwarz/weiß Fotografie" diesem Thema noch näher bringen. Welche weiteren Workshops und Vorträge dich auf der ABCstar 2019 noch erwarten erfährst du hier.

Warum sind Fotos heutzutage so wichtig?

Fotos haben die Fähigkeit eine globale Sprache zu sprechen, denn egal wer sie sieht, unabhängig von Alter, Sprache, Herkunft, Religion oder Geschlecht, jeder versteht sie. Durch die dauerhaft steigende Nutzung von Smartphones und Social-Media Plattformen ist das Medium des Fotos noch mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit getreten. Das ist auch der Tatsache zu verdanken, dass jeder Mensch in der Lage ist, Fotos zu produzieren, sie innerhalb kürzester Zeit zu bearbeiten und anschließend mit seiner Community zu teilen.

Wie wichtig ist die Nachbearbeitung bzw. worauf muss ich achten?

"Wer denkt, dass die *wahre Fotografie* darin besteht, das Foto gleich so zu nutzen, wie es aus der Kamera kommt, liegt völlig falsch" stellt Achim Meurer klar. Auch in vergangenen, rein analogen, Zeiten wurde jedes Bild nachbearbeitet - sogar in einem viel aufwändigeren Prozess als es heute der Fall ist: Zuerst musste man den Film entwickeln, das Negativ wieder vergrößern - hier konnte man allein durch die Wahl des Films, der Chemikalien oder der Papiersorte die Erscheinung des Fotos maßgeblich beeinflussen. Danach wurde das Bild dann noch im Labor zu Ausschnitt und partieller Retusche bearbeitet usw. Die Methode ist grundsätzlich die gleiche geblieben, auch wenn sich bei den einzelnen Schritten so einiges ver(einfacht)ändert hat.

Auf die Frage, worauf man besonders zu achten hat, gibt uns Achim vorweg einen heißen Tipp: Im Idealfall sollte man bereits vor einem Shooting wissen, wie das fertige Foto aussehen soll. Denn dann hat man die Möglichkeit, während des Shootings auf Abweichungen zu reagieren und während der Nachbearbeitung an den Schrauben zu drehen, die das Foto so erscheinen lassen, wie man es sich anfangs vorgestellt hat.

Wie siehst du den Stellenwert von Fotos für einen Blog bzw. für einen Influencer Channel?

Ohne ein gutes Bild geht heutzutage gar nichts mehr, denn es erreicht immer größere Aufmerksamkeit als ein anderes Medium (abgesehen vom Bewegt-Bild). Social-Media Plattformen sind der Hauptkanal für die Verbreitung von deinen Fotos und der Fact, dass diese Plattformen visuell getrieben sind unterstreicht nochmals die Wichtigkeit und Bedeutung von gutem Bildmaterial. "Nicht umsonst ist Instagram & Co so erfolgreich geworden" sagt Achim Meurer "hier geht es in erster Linie NUR um die visuelle Kommunikation". Aber auch genau hier liegt die Herausforderung: es geht um gute und relevante Fotos. Heutzutage werden an einem Tag so viele Fotos produziert, wie im gesamten vergangenen Jahrhundert. Dadurch ist es von großer Bedeutung, die Fotos auf den Punkt zu bringen, ansonsten gehen sie gemeinsam mit deiner Message in der heutigen Datenflut unter.

"So toll Instagram auf der einen Seite vielleicht ist, aber man darf nie vergessen, es ist visuelles Fastfood. Beobachtet Euch mal selbst, wie lange Ihr auf ein Foto schaut. Das ist nicht lange. Und umso besser muss Dein Foto sein" ergänzt Achim Meurer.

Was sind die Vor- und Nachteile der S/W Fotografie?

Schwarz-Weiß-Fotografie ist weitaus mehr als ein Instagram Filter - es ist der Ursprung der Fotografie. Gute s/w Fotos bringen die Essenz einer Szene besser auf den Punkt, als es ein Farbfoto je machen könnte. Trotzdem wird die s/w Fotografie von vielen benutzt, um ein Farbfoto, das nichts hergibt, zu bearbeiten. "Aber das ist ein Irrtum. Die s/w Fotografie ist kein Klärwerk". Es ist genau das Gegenteil der Fall - die s/w Fotografie kann dir helfen, den wahren Kern eines Motives zu finden, denn bei der Schwarz-Weiß-Fotografie wirst du gezwungen, dich so genau mit dem Motiv auseinanderzusetzen, bis du die wahre Schönheit dahinter entdeckst.

Welche Bildbearbeitungsprogramme kannst du empfehlen?

Die Klassiker unter den Bildbearbeitungsprogrammen wie Lightroom und Photoshop sind für Achim Meurer nicht wegzudenken und gehören zum täglichen Handwerk. Weiters empfiehlt Achim aber auch Plug-Ins wie Nik-Collection, AuroraHDR, Luminar oder CaptureOne - diese eigenen sich für die meisten Anwendungsgebiete auch sehr gut.

Auf dem Smartphone verwendet Achim Meurer hauptsächlich Snapseed, eine kostenlose App, die mit unheimlich vielen Features aufhorchen lässt und einfach und schnell in der Bedienung ist. Weiters gibt es fürs Handy noch die Apps Rays und Lensflare, die gut verwendet werden können, um die Stimmung auf deinen Fotos zu verstärken, sollte das Foto nicht das rüberbringen, was du gesehen hast.

Wie erstelle ich schnell und einfach gute Bilder für meinen Channel?

Um Bilder von guter Qualität in kurzer Zeit für deinen Social-Media Channel zu produzieren ist es, wie bereits etwas früher erwähnt, wichtig sich vorher Gedanken über das erwünschte Ergebnis zu machen. Mit genauen Vorstellungen im Kopf, wie das Foto am Ende aussehen sollte, "ist das Fotografieren und die Nachbearbeitung nur noch Fleißarbeit" sagt Achim Meurer.

Um die Nachbearbeitung schnell durchführen zu können, empfiehlt Achim Meurer, Presets zu definieren - das funktioniert mit Lightroom, CaptureOne und Snapseed sehr gut. Diese Presets können dann bei ähnlichen Szenen angewendet werden, wie zum Beispiel bei Sonnenuntergängen (diese erfordern in der Nachbearbeitung oftmals ähnliche Settings).

Ist eine Top-Ausrüstung immer notwendig?

"Es kommt nicht auf die Ausrüstung an! Du musst wissen, was Dein Equipment kann und wie Du damit umgehst" erklärt Achim Meurer, was er bereits im ersten Lehrjahr seiner Fotografenausbildung gelernt hat. Oft genug hat Achim Fotografen mit High-End Ausrüstung auf Workshops und Photowalks gesehen, deren Fotos dennoch eher mittelmäßig aussahen. Es hängt von der Person hinter der Kamera ab, und nicht von der Kamera selbst - die Kamera ist nur das Handwerkszeug. Und das ist doch im Endeffekt viel besser, dann an sich selbst kann man arbeiten und seine Fähigkeiten verbessern.

 

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