ABCstar Blog

Egobranding - mit Cliff Kapatais & Ilja Jay Lawal

Persönliches Marketing oder auch Egobranding ist ein Begriff, über den man in der letzten Zeit immer öfter gestolpert ist. Doch was bedeutet Egobranding eigentlich und worin liegen die Vorteile für mich beziehungsweise für mein Unternehmen?

Wir haben uns mit Ilja Jay Lawal von TrueYou-Fashion und Cliff Kapatais von Pixelcoma zum Thema Egobranding unterhalten und möchten die wertvollen Informationen, die wir erhalten haben, nun mit dir in unserem neuesten Blogbeitrag teilen. Viel Spaß beim Lesen!

Was versteht man darunter, seine eigene Marke zu sein?

Jedes Mal wenn Ilja bei seinen Talks die Frage in die Runde stellt, wer von den Teilnehmern denn glaubt eine eigene Marke zu haben, heben zirka 25% die Hand. Und hier finden wir bereits das erste Problem von Egobranding – denn Ilja ist davon überzeugt, dass jede Person auch eine Marke ist. Grund dafür ist, dass sich jeder als Person zu einer Marke formen kann und auch sollte. Es stellt sich nur die Frage, ob man diese Möglichkeit nutzt, oder eben nicht!

"Egobranding ist die Kunst, die eigene Person als Marke zu etablieren und sich von seiner Konkurrenz abzuheben" so Cliff Kapatais

Warum soll ich meine eigene Marke werden?

Aus sich eine eigene Marke zu entwickeln kann ungeahntes Potenzial ausschöpfen. Ein erfolgreiches Marketing der eigenen Person verhilft nicht nur einem selbst, sondern auch seinem Unternehmen beziehungsweise seinem Projekt zu weitaus größerer Reichweite und Strahlkraft. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, ist es wichtig, eine passende Marktnische zu finden und zu besetzen und sich anschließend als Unikat zu präsentieren. Authentizität ist besonders wichtig, denn man überzeugt aufgrund seiner Persönlichkeit "und nicht, weil er oder sie den tausendsten Artikel über Lippenstift geschrieben hat" bekräftigt Cliff Kapatais.

Weiters helfen einem die zahlreichen Kanäle, seine Visionen, Träume und Taten der Öffentlichkeit zu vermitteln. Außerdem ist es von großem Vorteil, wenn sich andere Menschen mit dir identifizieren, anstatt mit deiner Marke – das führt dazu, dass Kunden ein größeres Vertrauen zu dir aufbauen können und dazu, dass du als Person für gewisse Werte und Inhalte stehst.

In welche Gebiete lässt sich der Überbegriff des Brand Managements gliedern?

Grundsätzlich gliedert man den Überbegriff des Brand Managements in folgende vier Kategorien:

  • Markenbekanntheit
  • Markenidentität
  • Markenpositionierung
  • Markenimage

Die Markenbekanntheit, welche auch als Marktwissen bezeichnet wird, ist das Fundament für die Ausstrahlung einer Marke - sie misst die Fähigkeit von Personen, sich an deine Marke zu erinnern und ist dafür verantwortlich, ob deine Marke differenziert von der Konkurrenz wahrgenommen werden kann oder nicht. Sollte das der Fall sein, fällt es dem potentiellen Kunden einfacher, sich ein Bild von deiner Marke machen zu können. Die Markenidentität und die Markenpositionierung sollten vorab definiert werden, denn diese sind später ausschlaggebend für den Erfolg.

Wie beginne ich mein eigenes Brand zu vermarkten?

Anfangs heißt es, Präsenz auszustrahlen. Online ist das durch zahlreiche soziale Netzwerke recht leicht und unkompliziert zu bewerkstelligen – kostet aber trotzdem viel Zeit. Hier ist zu beachten, dass du eher auf Qualität statt auf Quantität setzen solltest. Es kommt weitaus besser an, seltener qualitativen Content zu posten, anstatt deine Fanbase mit nichtssagenden Beiträgen zuzuspammen.

Offline bietet es sich an, bei Networking-Events vorbeizuschauen und so auf seine Person aufmerksam zu machen. Ilja: „Es zählt nicht nur, was du kannst, sondern auch, wen du kennst!“. Ilja möchte damit sagen, dass du so gut sein kannst wie du willst, solange dich niemand kennt, hilft dir das nicht weiter – zumindest anfänglich nicht.

Grundsätzlich ist es am Anfang wichtig, online als auch offline, seinen Lesern bzw. Followern einen Mehrwert zu bieten. Online steht hier relevanter Content ganz oben auf der Hitliste. Offline ist es laut Ilja wichtig, mit anderen Menschen auf Augenhöhe zu agieren und ihnen ganz klar zu vermitteln, wo deine Qualitäten liegen, und welchen Mehrwert sie erwarten können.

Was waren Iljas Ziele bei TrueYou im Bezug auf Markenbranding?

Ilja hatte zum Start seines Unternehmens TrueYou keine durchgeplanten Konzepte. Allgemein war er mit der Modewelt in Wien zu diesem Zeitpunkt unzufrieden und wollte das ändern. Daraus entstand, anfangs als reines Hobbyprojekt, das Wiener Modelabel TrueYou-Fashion. Ilja wollte mit TrueYou ein Label schaffen, das Personen dazu motiviert, sich selbst immer weiterzuentwickeln und neu zu erfinden, sich im Kern jedoch immer treuzubleiben. Dass dieses ursprüngliche Hobbyprojekt, das im Keller gestartet wurde, nun zu den bekanntesten und erfolgreichsten Labels Österreichs zählt, spricht für den Erfolg der Brand Management Strategie.

Gibt es No-Goes beim Branding? Bzw. Was sollte ich auf jeden Fall machen?

"Das größte No-Go ist es, nicht zu wissen, was man will und für wen man das macht." so Cliff Kapatais.

Wie bereits erwähnt, sollte man weiters darauf verzichten, seine Follower mit nichtssagenden Inhalten zuzuspammen. Aber drehen wir hier den Spieß um: Es ist wichtig, seinen Followern einen Mehrwert in Form von qualitativem und relevantem Content zu bieten. „Es ist besser weniger und dafür hochwertigen Content zu erstellen, als pausenlos nichtssagende Inhalte zu verbreiten, die dem eigenen Image schaden“ sagt Ilja.

Sowohl beim online sowohl offline-Auftritt ist es von großer Wichtigkeit, sich immer treuzubleiben und sich nicht zu verstellen, denn das schadet ansonsten deiner Authentizität und langfristig deiner Marke.

Was sind die Vor-/Nachteile vom persönlichem Branding?

Bei richtiger Durchführung bringt persönliches Branding nur Vorteile. Unabhängig davon, für welche Ziele persönliches Brandig betrieben wird, ob ihr euch gerade selbstständig macht, ein Projekt zum Leben erweckt oder euch in eurem Unternehmen positionieren wollt – effektives Brand Management kann in jeder Phase den Unterschied bei der Erreichung deiner Ziele darstellen. Um persönliches Branding jedoch richtig zu betreiben und nicht in mögliche Fettnäpfchen zu treten, gibt es allerdings gewisse Grundvoraussetzungen. Ganz oben steht hier wieder die Authentizität – auf was man sonst noch alles achten muss, verrät euch Ilja bei seinem Vortrag "From nothing, to something, to everything - Wie du deine eigene Marke wirst!" auf der ABCstar 2019.

Auch für Cliff liegen die Vorteile ganz klar auf der Hand: Man hat eine Vision, die man erreichen möchte, und auch einen Plan, wie man die gesetzten Ziele erreichen kann - jetzt gilt es Zeit und Konzentration zu investieren um konsequent an seinem Brand zu arbeiten. Cliff empfiehlt mit einem konkreten Plan zu starten, denn das schont im long-run Zeit und Nerven. Cliff's Workshop "Egobranding - Selbstvermarktung für Blogger" auf der ABCstar 2019 zeigt euch, welche Schritte ihr gehen müsst, um eure definierten Ziele in Bezug auf Egobranding erreichen zu können.

Was sind Erfolgsbeispiele im Bereich des Brand Managements?

Abschließend haben wir Ilja nach Erfolgsbeispielen im Bereich des Brand Managements gefragt. Hier nannte er uns zwei sehr bekannte Beispiele. Nummer 1 ist Elon Musk – "denn wer Elon Musk kennt, kennt auch Tesla, und umgekehrt“ so Ilja als Begründung für exzellentes Brand Management. Nummer 2 ist Apple, die als Marke perfekt positioniert ist und darauf abzielt, den Status Quo immer wieder herauszufordern und ihre Zielgruppe dazu anregt, selbiges zu tun.

Für Cliff sticht hier Nuriel Molcho mit seiner Marke Nomade Modern klar heraus. Durch konsequentes Branding und Positionieren hat er eine Weltmarke erschaffen.

 

Zurück zum Hauptartikel: Blogger & Influencer Marketing 2019 - ABCstar 2019

 

Haben wir dein Interesse für die Workshops auf der ABCstar 2019 geweckt? Dann solltest du dir unbedingt überlegen an der Austrian Blogger & Influencer Conference 2019 teilzunehmen!

Zeig mir mehr Infos zur ABCstar 2019

 

Das könnte dich auch interessieren: