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Ernstjetzt! Interview mit dem Weitwanderer Ernst Merkinger!

Wir kennen Ernst Merkinger von seinem Blog ernstjetzt.com, als Autor von seinem Buch "Mein Leben ist eine Pilgerreise. Zu Fuß nach Marrakesh" oder einfach als Rotzbua :-) Der sympathische Weitwanderer hat uns im Zuge seines Auftritts bei der #ABCstar ein paar Fragen beantwortet. Er verrät uns im Interview unter anderem, was ihm am Bloggen am meisten begeistert, ob er schon immer ein Buch schreiben wollte und wann er denn seine nächste Pilgerreise plant. Aber wir wollen ja jetzt nichts verraten, darum viel Spaß beim Lesen!

 

Wie sehr hat die Entscheidung, von Wien nach Marrakesch zu Fuß zu gehen, dein Leben verändert?

Diese Entscheidung hat mein Leben insofern maßgeblich verändert, da ich vor meiner Idee „Zu Fuß von Wien nach Marrakesch zu gehen“ keinen konkreten (Geh)plan für meine Zukunft hatte und heute habe ich diesen. Ich wusste schon damals (2016/2017), dass ich etwas Tun möchte, das mich begeistert - z.B. fotografieren, meditieren, schreiben, in der Natur sein, reisen, wandern, inspirierende Menschen treffen und sie interviewen, etc. Diese Tätigkeiten, Hobbys bzw. zum Teil auch Spinnereien habe ich bereits vor 2017 voller Inbrunst ausgeübt, aber jetzt ist es mein Beruf - es erscheint mir immer wieder wie ein Traum wie sich dies die letzten Jahre potenziert hat. 

 

Wie managst du das Blogger-Dasein, ohne 24 Stunden am Smartphone/vor dem PC zu hängen? Bzw. wie hast du das während deiner großen Reise untergebracht?

Es ist Teil meines Berufs, dass ich die Todsünde begehe und mein Smartphone in der Natur aus meiner Hosentasche raushole oder mit Frau Schmidauer (First Lady) aufrufe sein demokratisches Recht in Anspruch zu nehmen und bei der EU-Wahl wählen zu gehen bzw. auf der Hütte nach einem Kaiserschmarrn einen Beitrag für das Bergwelten Magazin zu schreiben. Es könnte schlimmer sein. 

ABER, aber, aber… ich geb’s schon zu. Ich stoße immer wieder an meine Grenzen. Es ist nicht zwingend der zeitliche Aufwand mit dem Medium „Instakram“ an sich, der mir die meiste Zeit in einem zufriedenstellenden Maße gelingt (weil ich mir auch die Auszeiten nehme und mein Glück davon nicht abhängig mache), sondern vielmehr die Gewissensbisse, die mich plagen, wenn ich daran denke wie viele Leute ihre Lebenszeit auf Social Media vergeuden und ich das in gewisser Weise fördere...

 

Nun, wenn ich auf Wanderschaft war bzw. bin, dann bin ich auch mit Herz bei der Sache und stürze mich in das Geschehen rein, um das Maximum für alle Beteiligten rauszuholen. „Ganz oder gar ned!“

Und das habe ich sowohl bei meiner Wien- Markkaesch Tour, bei meinem Alpe Adria Trail - bzw. meinem „Vom Heldentor zum Sonnentor“- Projekt so handgehabt und nehme ich mir auch für meine nächsten Weitwandertouren vor, die ab Mai anstehen. Wenn ich schon von Anfang an merke, dass ich hinter diesem Vorhaben, dem Sponsor, etc. nicht stehen kann, mein Herz dafür nicht lodert, dann sage ich ab. Und das - bis auf ein einziges Mal (man lernt nie aus) - konsequent. 

 

Was macht dir am Bloggen/Influencen am meisten Spaß?

Das ich immer wieder aufgrund meines Berufs Menschen treffen darf, die eine ansteckende Begeisterung ausstrahlen, weil sie ihre Berufung (Gründer von Sonnentor Johannes Gutmann, Spitzenkoch Michi Kolm, etc.) gefunden haben, Orte entdecken darf, die ich in meiner Freizeit sowieso aufsuchen würde, sehr viel Zeit in der Natur verbringe und, und, und…

 

Wie wichtig ist dir der gegenseitig Austausch zwischen Influencer?

Sehr wichtig, weil es mich sekundär interessiert wie sie/er mit dem sich wöchentlich verändernden Algorithmus umgeht und primär, warum er/sie überhaupt Blogger/Instagramer ist. Was für eine Geschichte, welche Werte, Inhalte, kapitalistische Interessen, etc. hinter dieser Marke stecken - ergo welcher Mensch. 

 

Wann planst du deine nächste Pilgerreise und nimmst du uns wieder mit?

Klar nehme ich euch wieder mit, wobei ich, so ehrlich muss ich sein, am liebsten ohne iPhone Wandern gehen würde. So wie ich es 2016 bei meiner ersten Pilgerreise von Pamplona nach Fisterre getan habe. Ich hatte zwar mein iPhone mit, aber hab es in diesen 30 Tagen kein einziges Mal verwendet - weder um mich bezüglich der Wettervorhersage zu informieren, ein Bett in den Herbergen zu reservieren, noch um über WhatsApp meinem Bro Paul zu fragen „Was in Wien abgeht?“, geschweige, um mir meinen Lieblings-Podcast von meinem Nachbarn Andreas Sator anzuhören, den es damals noch gar nicht gab… Andreas schon, aber seinen Podcast nicht. ABER so ist es nun einmal - ich feile daran, dass meine Reisen vielleicht eines Tages ohne Social Medea stattfinden werden. 

 

Wolltest du schon immer ein Buch schreiben oder kam das erst nach dem Start deines Blogs?

Als ich 25 Jahre alt war, habe ich bereits ein Buch geschrieben. Also ja! Allerdings nur für mich selbst. Um einmal Revue passieren zu lassen, was denn bis dato so geschehen ist, um mir selbst auf den Grund zu gehen bzw. um mir auch in Erinnerung zu rufen, wie glücklich ich mich schätzen darf, dass ich in Europa geboren worden bin, noch dazu in Österreich, in eine so großartige Familie und dass ich mir, genau aus jenen Gründen, in meinen Glutens Maximus treten muss, um das zu tun, das mich begeistert. Auch wenn die Idee noch so verrückt erscheint… 

 

Wenn du den Leuten eine Sache weitergeben könntest, die du auf deiner Pilgerreise gelernt hast, welche wäre/ist das?

Sie dürfen es sich aussuchen: 

Entweder

A) „Scheiß di ned au! Sei ned so deppad! Liebe!“ Heini Staudinger

oder

B) „Ama et Quod fad vis! - Liebe und tu, was du willst!“ Augustinus von Hippo

 

Danke für das Interview! Ich freu mich mega, dass ich im AKW- Zwentendorf meine Pilgergeschichten erzählen darf! 

 

 

Lieber Ernst, auch wir - und im ganz besonderen Anja - freuen uns schon sehr auf deine Pilgergeschichten :-) 

 

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