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Social Media und Selbstständigkeit - mit Michael Toman & Thomas Meyer

Im September 2018 haben wir Michael Toman und Thomas Meyer vor unser Mikrofon bekommen und haben ihnen ein paar Fragen zu ihrem neu gegründeten Unternehmen Toman+Meyer und der Social Media Branche gestellt. Wie es ihnen in der Selbstständigkeit geht, wo die größten Herausforderungen im Social Media Marketing liegen und wie sich die beiden auf dem Laufenden halten, erfahrt ihr in unserem neuen Blogbeitrag - viel Spaß beim Lesen! (willst du dir doch lieber den Podcast anhören?)

Thomas Meyer kommt aus dem schönen Gmunden und ist in frühen Jahren nach Wien gekommen. Nach einer Studien-Überlegungsphase hat er sich für ein Wirtschaftsstudium (Unternehmensführung und Management) an der FH Wien entschieden. Anschließend ist er per Zufall in die Social Media Branche gekommen und nun seit acht Jahren in diesem Bereich tätig. Michael Toman hat direkt nach der Schule begonnen als Grafiker bei einer Bank zu arbeiten, hier fehlte ihm aber die kreative Freiheit und so kam er relativ schnell zu dem Schluss, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Wie geht es euch in der Selbständigkeit?

Obwohl man die letzten Jahre bereits in dieser Branche unterwegs war, war Anfangs natürlich großer Resepkt vorhanden. Diesen konnte man aber ablegen, dadurch dass man in den letzten Jahren schon viel Erfahrungen und Eindrücke sammeln konnte und von Beginn an Kunden hatte, die einem Sicherheit gaben - dadurch war es ein "weniger schlimmer Sprung ins kalte Wasser" so Michael Toman.

Was macht euer Unternehmen einzigartig?

Ein respektvoller Umgang mit dem Kunden ist extrem wichtig und wird groß geschrieben. Die Agenturszene ist sehr durchwachsen - ein respektvoller Umgang mit Kunden fehlt immer öfter. Dazu gehört auch, dass man manchmal Wissen kostenlos an den Klienten weitergibt und sich um einen offenen und großzügigen Umgang bemüht. Toman+Meyer ist keine Agentur, die Kunden "melken" - sie möchte Kunden zur Selbstständigkeit verhelfen indem man Wissen übermittelt. Oft wird Kunden auch schon vor dem Start mitgeteilt, dass diese auch selbst etwas machen bzw. lernen müssen, da sie nicht an ein lebenslanges Kunden-Agentur-Verhältnis glauben. Ein zu langes Verhältnis führt zu Betriebsblindheit und ein nachlassen der Performance und Kreativität. Sie selbst sehen sich eher als Sparring-Partner ihrer Kunden - hier geht es um ein Miteinander auf Augenhöhe. Hier geht es nicht um eine Hierarchie, sondern um den Dialog.

"...wir sind nicht eine der Agenturen, die hergehen und Kunden melken" sagt Thomas Meyer

Was ist euer Marketingschwerpunkt?

Der Marketingschwerpunkt von Toman+Meyer liegt ganz klar im Social Media Bereich. Grund dafür ist die vorhandene Expertise und die jahrelange Erfahrung. Ein großes Problem ist laut Michael Toman, dass Social Media noch immer als etwas angesehen wird, das man nebenbei machen kann. Es geht dabei jedoch darum, mit guten und relevanten Inhalten Kunden zu gewinnen und diesen Erfolg anhand des ROI (=Return on Investment) zu belegen.

Das Handy ist das Zentrum der Aufmerksamkeit und alles bewegt sich ins Digitale - daher ist es der logische Schritt sich hin zu Dingen zu entwickeln, bei denen man unmittelbar die Wirkung anhand von Interaktion spürt. Die Unterteilung von klassisch und digital gibt es aber deren Meinung nicht, da es immer ein Methoden-Mix aus beiden ist. Man kann keine vernünftige nachhaltige Kommunikationsstrategie erschaffen ohne beide Ansätze miteinzubeziehen. "Es muss ein ganzheitlicher Blick da sein".

 

Wo liegt euer Meinung nach die größte Herausforderung im Social Media Marketing?

Aus dem Nutzerverhalten heraus hat sich das große Thema des Bewegt-Bilds entwickelt. Die Zeiten des "Quick and dirty" sind jedoch vorbei und eine hohe Qualität und Relevanz ist eine der großen Herausforderungen. Es ist äußerst wichtig, schnell relevanten Content zu erzeugen.

Die zweite große Herausforderung ist das Thema Budget - hier fehlt ofmals die Bereitschaft von Unternehmen in Social Media Marketing zu investieren. Es ist wichtig, Menschen an den Hebeln zu haben, die genau verstehen, wie man mit Social Media umgeht. Um den Nutzen von Social Media Marketing zu belegen ist es wichtig die richtigen Metriken zu kennen um zu wissen, dass es möglich ist zu berechnen was das Investment in Social Media gebracht hat. Eine dieser Metriken ist ROAS - der Return on Ads spent. Gutes Content Marketing sollte bewirken, dass man in Zukunft Cashflows generiert.

Wie viel Prozent des Marketingbudgets sollten eurer Meinung nach in den Social Media Bereich fließen?

Derzeit werden ungefähr fünf bis zehn Prozent des Marketingbudgets in Social Media Marketing investiert - das ist für Toman + Meyer jedoch deutlich zu wenig - hier sollte man ungefähr 30 - 40% einsetzen, um eine effektive Reichweite zu erreichen. Das Mindset, dass Social Media Marketing etwas kostet ist jedoch noch nicht in den Köpfen aller Unternehmer angekommen.

"Reichweite kostet" bekräftigt Thomas Meyer

Was würdet ihr einem Start-Up oder KMU raten?

Es ist besonders wichtig für jedes Start-Up oder KMU keine homogene Geschäftsführung zu haben. Es ist genauso wichtig jemanden zu haben, der sich mit dem Produkt auskennt, wie jemanden, der weiß wie man durch Social Media sein Produkt vermarktet. Als Start-Up ist man ständig damit beschäftigt, sich auf das Produkt zu konzentrieren. Es ist aber essentiell so schnell wie möglich mit seinem Produkt an die Öffentlichkeit zu gehen, dieses zu vermarkten und mit dem Verkauf zu beginnen - sonst kommt man relativ zügig in finanzielle Schwierigkeiten. Außerdem ist die Bildung einer eigenen Marke von großer Relevanz für Start-Ups. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass Eigenbranding zu betreiben viel Zeit und Ressourcen kostet.

Wie bildet ihr euch weiter? Wie haltet ihr euch am Laufenden?

Täglich lesen die beiden mehrere Blogbeiträge und hören sich relevante Podcasts an. Dazu gehören die Blogs von Thomas Hutter, Allfacebook.de und digitaltrends.com. Außerdem stehen auch Bücher auf der Liste, wie die Marketing-Bücher von Kotler - es geht nicht darum, das Rad tagtäglich neu zu erfinden, sondern darum, altbewährte Methoden in die neue Zeit zu übersetzen.

Toman + Meyer empfehlen, sich Masterarbeiten aus dem vergangenen Semester anzusehen, da diese meistens den Puls der Zeit treffen und von Aktualität sind.

Im kreativen Bereich lohnt es sich, neu-gelaunchte Blogs und Websites zu beobachten - dadurch bekommt man sehr schnell die neuen Trends mit. Es ist aber auch wichtig zu versuchen in die Zukunft zu blicken - das ist durch Youtube und Google Trends sowie durch das Beobachten der Community möglich. Es kann sehr hilfreich sein, sich ab und an mit einer kleinen Gruppe zusammenzusetzen und über die neuesten Entwicklungen zu diskutieren.

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