n.b.s Blog

Zeit für Veränderung

Was passiert, wenn sich die Welt radikal verändert und keiner geht hin? Sie tut es trotzdem!

Es ist wie es ist und genau deswegen muss ich auch schon im ersten Satz ent-täuschen. Dass alles wieder so wird wie es war, wenn wir nur brav abwarten, das ist leider Wunschdenken.

Und das heißt, dass wir alle jetzt möglichst schnell reagieren sollten. Im Klartext, entweder sofort umdenken und die innere Welt auf die äußeren Umstände anpassen oder es könnte  schwierig werden.

Wir alle haben nun über 5 Wochen die Meldungen über Corona aus den Medien, von großartigen Kollegen, von Experten, manchmal waren sie ernst zu nehmen, manchmal waren sie eher selbsternannte Krisenprofiteure und vielen anderen gelesen, gehört und angesehen. Und es hat bei uns allen gedauert, bis es halbwegs verinnerlicht, verstanden wurde, denn die Problematik ist komplex und ja, es ist eine Problematik und kein „das wird schon wieder“. Und ja, in jeder Krise steckt eine Chance, hier sieht die Chance aber leider nicht so aus, dass wir nach kurzer Pause mit demselben weitermachen können, zumindest die meisten von uns…und das schon gar nicht im Tourismus.

Wir sind mitten in einem Paradigmenwechsel, der aber nicht schön langsam von statten geht, wie wir das bisher gewohnt waren. Corona hat uns da in einer Geschwindigkeit hineinkatapultiert, dass einem ganz schwindlig wird. Das ist ja auch der Grund, dass wir uns gerade noch wie Lemminge führen lassen und verwirrt sind. Die Programme der Regierung sind im ersten Schritt großartig, aber dienen doch nur dafür, um diese völlige Veränderung vielleicht mal ein wenig langsamer verdauen zu können. Sie verschaffen uns Zeit, die wir brauchen Altes zu verwerfen und Neues zu schaffen. Ganz ehrlich? Entweder heißt das „Verzweiflung“ oder wir schaffen es als „Spannung und Herausforderung“ zu sehen.

Die Entscheidung dafür liegt einzig und allein bei uns…und ich bin eindeutig für Zweiteres!

Die wahrscheinlich größte Challenge unseres Lebens!

Die rasante Digitalisierung, die nach Corona in viele Bereiche Einzug halten wird, ist Realität. Allen voran stehen da wohl Events, Meetings, Incentives und Kongresse und damit auch alle Touristiker, die von der MICE Branche leben und bis dato gutes Geld verdient haben. Denn Firmen waren bis jetzt sehr großzügig und auch preisresistent, wenn es um einen gelungenen Firmenevent ging. Die ÖHV Tagung im Jänner war noch ganz im Zeichen der Inszenierung, je kreativer, desto besser hieß es und ein Highlight war der Abendevent  auf einem großartigen Veranstaltungsschiff, alle eng aneinander sitzend, guter Laune, mit Tanz, Party und face2face Gesprächen, so nah, dass einem in Zeiten von Corona ganz übel wird. Das ist aber gerade 3 Monate her und schon können wir uns das gar nicht mehr vorstellen. Diese letzten 3 Monate scheinen wie eine halbe Ewigkeit, soviel war zu verdauen, soviel hat sich geändert, soviel ist anders. Keiner von uns hätte sich das, womit wir heute konfrontiert sind, jemals vorstellen können.

 

Die Welt hat sich grundlegend geändert und wir dürfen sie uns nun neu ausdenken und realisieren! So sieht es aus. Vielleicht sollten wir unsere Energie genau aus diesem Grund auch dafür verwenden, ganz anders zu denken, als ans Bewahren des Alten. Vielleicht sollten wir uns überlegen, was die Welt jetzt braucht (Masken und Desinfektionsmittel jetzt mal vorne weg). Die Welt braucht neue Zooms oder MS Teams, finde ich. Denn es kann doch nicht sein, dass wir hier wieder fast nur Amerikanische Unternehmen haben, auf die wir zugreifen um die neue Digitalisierung zu leben. Die Welt braucht aber vielleicht auch ein neues System von günstigen Zweitwohnsitzen, mit Freiraum, denn sollte so was wieder kommen, möchten wir uns freier bewegen. Vielleicht braucht die Welt auch sichere Quarantäne Quartiere oder neue, intelligente Wohngemeinschaften, um der Einsamkeit, die viele jetzt gerade verspüren, zu begegnen. Vielleicht sollte es Hotels oder Eventlocations für Nationen geben, also für Österreicher, für Deutsche, für Franzosen oder Italiener…wenn sie bei uns auf Urlaub sind oder einen Event veranstalten, dann ist es wie zu Hause. Vielleicht ist das aber auch totaler Blödsinn, aber nachdenken darf man ja wohl.

Fix ist, dass der eine oder andere sein Hotel oder sein Veranstaltungszentrum zumindest bis Jahresende nicht mehr ausreichend füllen wird können und dass dem einem oder anderen genau deswegen das Geld ausgehen wird. Wenn das passiert, dann wird er/sie und ihre/seine MitarbeiterInnen sich nach neue Jobs, nach neuen Aufgaben umsehen müssen und das ist ein Schritt in ein neues Leben. Vielleicht ist es ein Umlernen, ein Fokussieren auf neue Skills, die die Welt jetzt mehr braucht. Vielleicht macht es dann sogar mehr Spaß? Darf man das jetzt überhaupt schon denken/sagen/schreiben? Ja, ich glaube schon, je früher man auch das ausspricht und nicht nur darüber sinniert, wie man den alten Zustand wieder herstellen kann, desto besser. Auch wenn es den/die LeserIN dieser Zeilen jetzt erzürnen sollte, wenn es sie/ihn aufregt und sie/er sich denkt, was das für ein Schwachsinn ist. Es muss sogar jetzt schon gesagt werden dürfen, alles andere wäre sehr einseitig.

Also, lassen wir uns drauf ein und denken jetzt alles, was wir bis jetzt nicht gedacht haben, vielleicht verwirklicht sich ja damit auch ein Traum, der nie zu leben gewagt wurde…

 

...starten wir los und erobern wir die Welt!

 

P.S. Vielleicht wird ja alles wieder wie es vorher war, dann hat man zumindest über Alternativen nachgedacht.

P.P.S. Wir von n.b.s leben zu 65 % vom MICE Markt und beim Rest geht’s um Messen und Tourismus...auch blöd...aber wir arbeiten schon seit zwei Wochen an uns und es ist spannend!