Kurz gesagt: Der MICE-Markt in Österreich wächst 2026 weiter, aber nicht im Boom-Tempo. Teilnehmer:innen und Nächtigungen legen zu, die Buchungslage ist gut. Gleichzeitig planen Unternehmen bewusster, buchen kurzfristiger und setzen ihre Budgets gezielter ein. Für Hotels, Locations und Eventdienstleister:innen heißt das: Wer klar zeigt, was ein Kontakt bringt, gewinnt.
Viele in der Branche spüren gerade beides gleichzeitig: volle Kalender und vorsichtige Kund:innen.
Stabil bei der Zahl der Veranstaltungen, deutlich stärker bei Teilnehmer:innen und Nächtigungen. Das zeigt der aktuelle Meeting Industry Report Austria (mira) von Österreich Werbung und Austrian Convention Bureau (ACB).1
| Kennzahl 2025 | Wert | Veränderung zu 2024 |
|---|---|---|
| Veranstaltungen gesamt | 27.041 | −1,2 % |
| Teilnehmer:innen | rund 1,9 Mio. | +3,5 % |
| Nächtigungen | 4,3 Mio. | +15,4 % |
| Kongresse | 7.835 | +4,3 % |
| Firmentagungen | 14.472 | +0,8 % |
Auffällig ist das Plus bei den Nächtigungen. Es wächst mehr als viermal so stark wie die Zahl der Teilnehmer:innen. Veranstaltungen dauern also länger oder ziehen mehr Gäste von weiter weg an.
Wien bleibt das Zentrum: Ein Drittel aller Kongresse (33,4 %) findet hier statt, gefolgt von Salzburg (19,2 %) und Oberösterreich (rund 10,2 %).1
Je nach Ranking ganz vorne. Im UIA-Ranking liegt Wien auf Platz 1, Österreich auf Platz 3. Im ICCA-Ranking rutscht Wien von Platz 1 auf Platz 4. Der Unterschied liegt in der Zählweise: ICCA erfasst nur rotierende internationale Kongresse, UIA auch einmalige Veranstaltungen und Meetings internationaler Organisationen.1
Weil sie deutlich mehr ausgeben als andere Gäste. Eine WIFO-Studie für Wien hat dazu 819 Teilnehmer:innen von Kongressen und Firmentagungen sowie 62 Veranstalter:innen befragt (Mai 2025 bis März 2026).1
Rund 560 Euro gibt ein Meeting-Gast in Wien im Schnitt pro Tag aus (inklusive Unterkunft). Ein durchschnittlicher Wien-Gast kommt auf rund 380 Euro.
Das sind 47 % mehr. Die Wiener Meeting Industry erzeugt damit österreichweit:
Für ganz Österreich gibt es solche Zahlen bisher nicht. Das ändert sich: Wirtschaftsministerium, WKÖ-Fachverband Freizeit und Sportbetriebe, Österreich Werbung und ACB lassen erstmals eine Wertschöpfungsstudie für die gesamte Meeting Industry erstellen. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2027 vorliegen.1 ACB-Präsidentin Renate Androsch-Holzer will damit die Tagungswirtschaft sichtbarer machen.
Unternehmen veranstalten weiter, aber sie wählen genauer aus. Die Stimmung ist dabei gut: Laut einer ACB-Blitzumfrage vom Frühjahr 2026 bewerten 72 % der Betriebe die Buchungslage für 2026 als besser oder wie erwartet. Für 2027 sind es 78 %, für 2028 sogar 82 %.1
Drei Entwicklungen prägen den Markt trotzdem:
Das Fazit der Branche: Kein MICE-Boom, sondern robustes, zunehmend wertorientiertes Wachstum. Steigende Kosten verschleiern dabei teilweise, wie sich die tatsächlichen Mengen entwickeln.
Weil digitale Kanäle überlaufen. Das event marketing board austria (emba) sieht Live-Erlebnisse klar im Aufwind. Vorstandsvorsitzender David Strolz begründet das mit der digitalen Reizüberflutung durch Social Media, KI-generierte Inhalte und algorithmische Werbung.1
Je mehr Inhalte automatisch entstehen, desto wertvoller wird das, was sich nicht automatisieren lässt: ein echtes Gespräch.
Auch die Branche selbst sieht das so. Präsenztreffen gewinnen gegenüber rein digitalen Formaten an strategischer Bedeutung. Technologie und KI verändern vor allem Planung und Vermarktung, nicht aber den Kern der Begegnung.1
Wir erleben das bei der BIZ jedes Jahr aufs Neue. Die besten Kontakte entstehen selten am Bildschirm, sondern beim Kaffee zwischen zwei Gesprächen.
Wenn Kund:innen genauer auswählen, müssen Hotels, Locations und Dienstleister:innen schneller überzeugen. Vier Hebel helfen dabei:
Genau dafür gibt es die BIZ MICE. Die Fachmesse bringt Anbieter:innen aus Event, Tourismus und Business mit Entscheider:innen aus Unternehmen zusammen. Das Format ist kompakt, fokussiert und lebt vom persönlichen Austausch.
Die nächste BIZ findet am 18. März 2027 im Palais Niederösterreich in Wien statt.
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Im Frühjahr 2027 erscheint die erste Wertschöpfungsstudie für die gesamte österreichische Meeting Industry. Wir schauen uns dann an, was die Zahlen für Hotels und Locations in den Bundesländern bedeuten.
MICE steht für Meetings, Incentives, Conventions und Exhibitions bzw. Events. Gemeint ist das gesamte Geschäft rund um Geschäftsveranstaltungen: Tagungen, Kongresse, Firmenevents, Incentive-Reisen und Messen. In Österreich wird die Branche oft auch als Meeting Industry oder Tagungswirtschaft bezeichnet.
Laut Meeting Industry Report Austria (mira) waren es 27.041 Veranstaltungen, 1,2 % weniger als 2024. Sie zählten rund 1,9 Mio. Teilnehmer:innen (+3,5 %) und 4,3 Mio. Nächtigungen (+15,4 %). Darunter waren 7.835 Kongresse und 14.472 Firmentagungen.
Ein Meeting-Gast gibt in Wien im Schnitt rund 560 Euro pro Tag aus, inklusive Unterkunft. Das sind 47 % mehr als ein durchschnittlicher Wien-Gast mit rund 380 Euro. Grundlage ist eine WIFO-Studie mit Befragungen von Mai 2025 bis März 2026.
Die Branche erwartet robustes, aber kein sprunghaftes Wachstum. 78 % der Betriebe bewerten die Buchungslage für 2027 als besser oder wie erwartet, für 2028 sind es 82 %. Gleichzeitig werden Budgets knapper und Buchungen kurzfristiger.
In Wien sind viele internationale Organisationen ansässig, die regelmäßig Meetings abhalten. Dazu kommen zentrale Lage, gute Bahnanbindung, Sicherheit und ein starkes Kulturangebot. Im UIA-Ranking liegt Wien deshalb auf Platz 1.
Die nächste BIZ findet am 18. März 2027 im Palais Niederösterreich in Wien statt. Die Fachmesse verbindet Anbieter:innen aus Event, Tourismus und Business mit Entscheider:innen aus Unternehmen. Für Fachbesucher:innen ist der Eintritt nach Anmeldung kostenfrei.
1 T.A.I. Redaktion: „MICE-Zukunft wird in Österreich noch wertvoller und selektiver“, gast.at, 19.10.2026. Enthält Daten aus mira 2025 (ÖW/ACB), WIFO-Studie Wien, ACB-Blitzumfrage Frühjahr 2026, OeNB-Prognose September 2026 sowie Aussagen von emba und Messen Austria.