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Anja Mayer15. Oktober 2026, 11:38:01 MESZ4 min read

Eventformate 2026: Warum Größe nicht mehr zählt und was jetzt wirkt

Eventformate 2026: Warum Größe nicht mehr zählt und was jetzt wirkt
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Kurz gesagt: 2026 verloren klassische Großformate mit Bühne, Frontalbeschallung und standardisiertem Ablauf an Wirkung, während kleinere, kuratierte Formate wie Executive Dinners und Micro-Events an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig zeigt Wien mit einem Rekordjahr im Kongresswesen, dass Größe und Qualität kein Widerspruch sein müssen, solange Erlebnisqualität, Flexibilität und Nachhaltigkeit mitgedacht werden. Für Veranstalter:innen heißt das: Der Erfolg eines Events bemisst sich zunehmend an Beziehungstiefe und emotionaler Wirkung, nicht mehr nur an Teilnehmerzahlen.

 

Die große Bühne hat ausgedient

Ein vollbesetzter Saal war lange der Gradmesser für ein gelungenes Event.

Das änderte sich in diesem Jahr. Der europäische Event & Brand Experience Trendreport 2026 der Agentur Kesch, erstellt mit dem BEIC-Netzwerk aus 35 führenden Event-Agenturen, beschreibt standardisierte Großveranstaltungen als zunehmend wirkungslos.¹ Der Grund: Auf vielen Events treffen inzwischen fünf Generationen gleichzeitig aufeinander – mit völlig unterschiedlichen Erwartungen an Format, Tempo und Beteiligung. Ein einheitliches Konzept für alle funktioniert für keine Zielgruppe mehr richtig.

Thomas Kenyeri, Gründer von Kesch, bringt es auf den Punkt: Events seien 2026 „keine isolierten Maßnahmen mehr”.¹ Sie werden Teil einer längeren Beziehung zwischen Marke und Publikum - wie er uns auch im März auf der BIZ MICE persönlich vorstellte.

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Small is the new luxury

An die Stelle der Massenveranstaltung treten kleinere, kuratierte Formate: Executive Dinners, Retreats, Micro-Events, Conventions.

Der Trendreport nennt dafür ein einprägsames Motto: „Small is the new luxury”.¹ Statt möglichst vieler Teilnehmer:innen zählt die Qualität der einzelnen Begegnung. Micro-Communities, modulare Programme und klar abgegrenzte Erlebniszonen ersetzen das Gießkannenprinzip. Auch nach innen gerichtete Formate wie Onboarding-Festivals, Learning Camps oder Culture Days gewinnen an Bedeutung, weil Unternehmen Employee Experience zunehmend genauso ernst nehmen wie externe Veranstaltungen.

Wien zeigt: Qualität und Größe schließen sich nicht aus

Dass kleinere Formate im Trend liegen, heißt nicht, dass große Kongresse verschwinden. Wien verzeichnete 2025 mit 7.196 Kongressen und Firmentagungen ein Rekordjahr – mehr als je zuvor.² Dieser Schwung reicht bis ins laufende Jahr: Allein das Austria Center Vienna zählte im ersten Halbjahr 2026 bei 43 Veranstaltungen bereits 92.752 Teilnehmende, der Kalender bleibt bis Jahresende dicht belegt mit internationalen Kongressen, Firmenevents und den traditionellen Dezember-Weihnachtsfeiern.⁴

Entscheidend ist dabei nicht mehr allein die Zahl der Teilnehmenden. Susanne Baumann-Söllner, seit 1. September 2026 auch für die Gesamtleitung der IAKW-AG verantwortlich, bringt den Wandel so auf den Punkt: „Qualität, Flexibilität und emotionaler Mehrwert” stehen klar vor reiner Größe.² Zum aktuellen Wachstum sagt sie: „Starke Nachfrage bestätigt, dass unsere strategische Ausrichtung Ergebnisse liefert.”⁴ Das Austria Center Vienna und die Viecon-Plattform setzen dabei zunehmend auf flexible Raumkonzepte, immersive Formate und digitale Infrastruktur statt auf starre Abläufe.

Auch international angereiste Gäste bestätigen den Trend zur Qualität: Eine Wifo-Befragung unter 819 Teilnehmenden ergab, dass 89 Prozent aus dem Ausland anreisten und durchschnittlich 4,4 Nächte blieben – fast alle wollen wiederkommen.²

 

Nachhaltigkeit wird zum Auswahlkriterium, nicht zur Kür

Ein weiterer roter Faden durch beide Quellen: Nachhaltigkeit ist kein Zusatzargument mehr, sondern ein Qualitätsmerkmal, das über die Wahl eines Veranstalters mitentscheidet.

Für 2026 sind bei der Wiener Viecon-Plattform bereits rund 45 Veranstaltungen gebucht, 8 davon explizit als Green Events.² Parallel dazu entsteht am Austria Center Vienna eine 2.500-kWp-Photovoltaikanlage, die rechnerisch den Strombedarf von 876 Haushalten deckt, während die LED-Umstellung bereits zu über 90 Prozent abgeschlossen ist.² Der Kesch-Trendreport nennt messbare Nachhaltigkeit – Mobilität, Energieeinsatz, Catering, Inklusion und Barrierefreiheit – ebenfalls als festen Bestandteil der Formate von 2026.¹

KI übernimmt die Arbeit im Hintergrund

Künstliche Intelligenz taucht im Trendreport nicht als eigenes Thema auf, sondern als selbstverständlicher Teil der Eventplanung: bei der Personalisierung von Programmen, beim Matchmaking fürs Networking und bei der Messung der tatsächlichen Wirkung eines Events.¹

Damit verschiebt sich auch der Erfolgsmaßstab. Reichweite und Budget treten in den Hintergrund, Beziehungstiefe und emotionale Wirkung rücken nach vorne. Genau hier setzt NBS LIVE an: Wir konzipieren Veranstaltungen – von kuratierten Formaten bis zu Fachmessen wie der BIZ – entlang dieser Logik, mit klarem Fokus auf Zielgruppen, Erlebnisqualität und messbarem Mehrwert statt auf reine Teilnehmerzahlen.

 

FAQ

Welche Eventformate gelten 2026 als überholt?
Standardisierte Großveranstaltungen mit großer Bühne, Frontalbeschallung und einheitlichem Ablauf für alle Teilnehmenden verlieren an Wirkung. Der Grund ist vor allem die Generationenvielfalt im Publikum: Wenn fünf Generationen mit unterschiedlichen Erwartungen gleichzeitig anwesend sind, funktioniert ein einziges Format selten für alle gut.

Was bedeutet „Small is the new luxury” bei Events?
Der Begriff beschreibt den Trend zu kleineren, kuratierten Formaten wie Executive Dinners, Retreats und Micro-Events. Statt auf möglichst viele Teilnehmende zu setzen, stehen Qualität der Begegnung, klar abgegrenzte Zielgruppen und ein persönlicheres Erlebnis im Vordergrund.

Sind große Kongresse nicht mehr relevant?
Nein, im Gegenteil: Wien verzeichnete 2025 mit rund 7.200 Kongressen und Firmentagungen ein Rekordjahr, und allein das Austria Center Vienna zählte im ersten Halbjahr 2026 schon 92.752 Teilnehmende bei 43 Veranstaltungen. Entscheidend ist aber nicht mehr allein die Teilnehmerzahl, sondern wie flexibel, erlebnisorientiert und nachhaltig ein Format gestaltet ist.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei der Eventplanung 2026?
Nachhaltigkeit ist zu einem festen Auswahlkriterium geworden. Dazu zählen messbare Faktoren wie Mobilität, Energieeinsatz, Catering, Inklusion und Barrierefreiheit – nicht mehr nur einzelne Green-Event-Zertifikate als Imagebaustein.

Wie verändert künstliche Intelligenz die Eventplanung?
KI wird zunehmend bei der Personalisierung von Programmen, beim Networking-Matchmaking und bei der Erfolgsmessung von Events eingesetzt – meist unsichtbar im Hintergrund, nicht als eigenständiges Marketingversprechen.

Woran misst sich der Erfolg eines Events heute?
Statt an reiner Reichweite oder Budget wird Erfolg zunehmend an Beziehungstiefe und emotionaler Wirkung gemessen: Wie gut gelingt es, aus einem einmaligen Kontakt eine fortlaufende Beziehung zwischen Marke und Publikum zu machen?

Quellen

  1. Kesch / BEIC-Netzwerk, Event & Brand Experience Trendreport 2026, 2026, leadersnet.at
  2. WKO Wien, „Neue Trends bei Wiener Kongressen”, 2026, wko.at
  3. WKO Wien, „Bestes Kongress-Jahr aller Zeiten in Wien”, 2026, wko.at
  4. Austria Center Vienna / IAKW-AG, „Austria Center Vienna continues its growth – 92,752 participants in the first half of 2026", September 2026, acv.at
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Anja Mayer
Anja organisiert und vermarktet die BIZ MICE und liebt genau das: Menschen und Themen zusammenzubringen, die etwas bewegen. Als Sales & Marketing Managerin bei n.b.s schreibt sie hier über Trends aus der MICE-Welt, den Einsatz von KI und alles was du über CRM im Business-Alltag wissen musst.

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